
"DENK ICH AN DEUTSCHLAND IN DER NACHT..."
Heinrich-Heine-Collage mit Musik
Sonja Szylowicki (Konzept und Sprache)
Irene Husmann (Violine)
Elen Harutyunyan (Viola)
4. Februar 2027 - 19.30 Uhr
Talmud-Tora Schule, Grindelhof 30, Hamburg-Eimsbüttel
Im Rahmen der TAGE DES EXILS
Heinrich Heine (1797-1856) – das ist der Romantiker, der die Romantik überwand; der Jude, der sich mit der Taufe das „Entréebillet zur europäischen Kultur" erhoffte. 1831 zieht er ins revolutionäre Paris. Von dort kritisiert er mit scharfer Zunge und brillantem Witz deutsche Missstände, politische Rückständigkeit und dumpfen Nationalismus. Auf Zensur und später Verbot seiner Schriften in seiner Heimat folgt 1844 ein preußischer Haftbefehl. Heine, Deutschland trotz allem im Herzen verbunden, kann nicht mehr zurück, seine Familie nicht wiedersehen. Der einstige Aufbruch in die Freiheit wird zum lebenslangen Exil. Seine letzten acht Jahre bringt der Dichter dort in der „Matratzengruft“ zu, schwerkrank und dennoch unermüdlich arbeitend und sich einmischend. Und auch über 170 Jahre nach seinem Tod sind seine Schriften noch bzw. wieder frappierend aktuell.
Sonja Szylowicki verwebt Dichtung, Biographisches und Briefe zu einer facettenreichen Collage über den Dichter. Vor allem die leidenschaftlichen Korrespondenzen mit Familie, geliebten Frauen, prominenten Zeitgenossen (u. a. Goethe, Marx, Humboldt) und dem Verleger Julius Campe spiegeln die Freuden und Nöte seines bewegten Lebens wider. Musikalisch interpretiert wird diese Reise durch Leben und Werk Heines von Irene Husmann (Geige) und Elen Harutyunyan (Bratsche) mit Charakterstücken von Charles Koechlin (1867-1950), Jaques Chailley (1910-1999) und Robert Fuchs (1847-1927).
Sonja Szylowicki
studierte Schauspiel und Musical in Hamburg und Berlin. Festengagements führten sie an Stadttheater wie Zeitz, Wittenberg, Detmold, Aachen und Düsseldorf. Seit mehr als 20 Jahren ist sie schwerpunktmäßig als Sprecherin aktiv, so kennt man ihre Stimme aus dem NDR-Hörfunk, aus Dokumentarfilmen, Werbespots, zahlreichen Hörbüchern u.v.m. Sie gestaltet eigene szenische Lesungen und schreibt außerdem Drehbücher.
Irene Husmann
studierte an der Musikhochschule Lübeck und der Rubin Academy of Music and Dance Jerusalem. Zwei Stipendien des Ensemble Intercontemporain in Paris. Orchestermusikerin in Lübeck und Bremen, Konzertmeisterin an den Landestheatern Coburg und Schleswig-Holstein. Freischaffend u. a. an der Hamburger Kammeroper, der Oper Frankfurt, beim Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim, dem Preußischen Kammerorchester Prenzlau, den Bad Hersfelder und Neuen Eutiner Festspielen, an Hamburgs Musicaltheatern und bei den Hamburger Symphonikern.
Elen Harutyunyan
studierte an der staatlichen Komitas Musikhochschule in Jerewan und besuchte Meisterkurse für Bratsche und Kammermusik bei Kim Kaschkaschian. Bereits zu ihrer Studienzeit war sie Stimmführerin der Bratschengruppe des Staatlichen Armenischen Kammerorchesters. Seit 2003 ist sie Bratschistin in mehreren Ensembles, mit denen sie – als Solistin und Kammermusikerin – zahlreiche Konzerte in Schleswig-Holstein, Berlin, Lüneburg, Detmold und Hamburg gab.


„Heine sagt sehr bissige Sachen, und seine Witze treffen ins Schwarze. Man hält ihn für von Grund auf böse, aber nichts ist falscher; sein Herz ist so gut wie seine Zunge schlecht ist. Er ist zärtlich, aufmerksam, aufopfernd, in der Liebe romantisch, ja schwach, und eine Frau kann ihn unbegrenzt beherrschen." (George Sand)

Foto: Ekkehard Schultze
Fotorechte: Sonja Szylowicki
Moritz Daniel Oppenheim,
Heinrich Heine, 1831